Neues Kreuz in Fleyh von Domkapitular Karel Havelka gesegnet

Krušnohorské noviny / Erzgebirgs-Zeitung
28.08.2026
An der Kreuzung der alten Wege zwischen dem untergegangenen Fleyh/Fláje und dem ehemaligen Motzdorf/Mackov steht seit Anfang August ein neues Eichenkreuz. Der Georgendorfer Verein ließ es auf Anregung von Karl Köhler, dem Sprecher der Fleyher Heimatfreunde, als Ersatz für das dort im Jahr 2002 errichtete, inzwischen stark verwitterte Kreuz anfertigen. Am Freitag, dem 28. August 2026, segnete der Leitmeritzer Domkapitular J.M. can. Mgr. Karel Havelka das neue Kreuz im Rahmen des traditionellen Treffens der deutschen Heimatfreunde aus Fleyh.
Das neue Eichenkreuz wurde für den Georgendorfer Verein von Petr Nekněz aus Osek/Ossegg geschaffen. Es ersetzt das im Jahr 2002 an dieser Stelle errichtete Kreuz, dessen Zustand eine weitere Erhaltung nicht mehr zuließ.
Die Segnung des Kreuzes fand am Freitag, dem 28. August, im Beisein der deutschen Heimatfreunde aus Fleyh und ihrer Familien statt, die regelmäßig an die Stätten ihrer einstigen Heimat zurückkehren. Das Kreuz segnete Domkapitular Mgr. Karel Havelka, der die Treffen der Fleyher Heimatfreunde bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert geistlich begleitet.
Am selben Tag wurden während der Heiligen Messe in der ehemaligen Fleyher Kirche St. Johannes der Täufer, die heute in Český Jiřetín/Georgendorf steht, auch zwei neue Gedenktafeln aus Edelstahl gesegnet. Die erste ist dem Andenken an die Bewohner der untergegangenen Gemeinde Fleyh gewidmet und erinnert zugleich daran, dass das neue Kreuz als gemeinsames Werk des Georgendorfer Vereins und der deutschen Heimatfreunde aus Fleyh entstand. Die zweite Tafel erinnert an Dipl.-Ing. Rudolf Schneider (1930–2021), Heimatforscher und Chronisten des alten Fleyh, dessen Tod sich in diesem Jahr zum fünften Mal jährt. Beide Tafeln werden nachträglich am neuen Kreuz angebracht.
Barockes Denkmal aus dem Jahr 1760
Auch die unmittelbare Umgebung der Wegkreuzung erinnert an eine wesentlich ältere sakrale Tradition. In der Nähe dieser Stelle befand sich einst ein mächtiger barocker Steinsockel aus dem Jahr 1760 für eine Statue des hl. Johannes des Täufers, des Schutzpatrons von Fleyh.
Mitglieder des heutigen Georgendorfer Vereins ließen den Sockel noch vor dem Jahr 2000 nach Český Jiřetín versetzen, wo er sich bis heute vor der ehemaligen Fleyher Kirche St. Johannes der Täufer befindet.
Auf der Vorderseite des Sockels ist folgende Inschrift erhalten:
IHS
S. JOHANNES
DER TÄUFER
und im unteren Teil die Jahreszahl 1760. Die Inschrift belegt damit unmittelbar die Widmung an den hl. Johannes den Täufer und stellt zugleich eine weitere wertvolle Spur zur Geschichte dieses Ortes und des ehemaligen Fleyh dar.
Fleyh in mittelalterlichen Quellen
Die Geschichte von Fleyh reicht weit ins Mittelalter zurück. Der bislang älteste konkret nachgewiesene schriftliche Beleg für Fleyh stammt vom 8. November 1413. Er findet sich im Stadtbuch von Dux und betrifft einen Streit des Richters Martin aus Fleyh. Der unter der Nummer 723 geführte Eintrag wurde in der von Karl Kochmann herausgegebenen Edition Das Stadtbuch von Dux 1389 (Prag 1941, S. 84) veröffentlicht.
Fleyh war mit der Herrschaft Ossegg und der Burg Riesenburg verbunden. Seine Lage hoch im Erzgebirge stand zugleich im Zusammenhang mit alten Wegen, die den Gebirgskamm überquerten und die böhmische Seite mit Sachsen verbanden. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Landschaft wesentlich durch die Forstwirtschaft und insbesondere durch die in den Jahren 1624 - 1629 angelegte Neugrabenflöße (Floßgraben Fleyh–Clausnitz) geprägt, die dem Holztransport auf die sächsische Seite des Erzgebirges diente.
Erinnerung an ein untergegangenes Dorf
Dank der deutschen Heimatfreunde aus Fleyh, die seit Jahrzehnten von dem Fleyher Heimatfreund Karl Köhler (*1931), zugleich Mitglied des Georgendorfer Vereins, zusammengeführt und begleitet werden, ist die Verbundenheit der ehemaligen Bewohner und ihrer Nachkommen mit dem Ort bis heute lebendig geblieben. Ihre alljährlichen Treffen Ende August tragen dazu bei, die Erinnerung an die untergegangene Gemeinde zu bewahren und zugleich neue kulturelle Werte entstehen zu lassen, die an ihre Geschichte anknüpfen.
Karl Köhler ist beispielsweise der Schöpfer der modernen Bleiglasfenster im Presbyterium der ehemaligen Fleyher Kirche St. Johannes der Täufer in Český Jiřetín und zugleich Initiator des Oktogons mit den Symbolen der christlichen Tugenden über dem Altar der Holzkirche, das auf seine Anregung hin von Gerlinde Fritsch geschaffen wurde.
Auch das neue Kreuz und die Gedenktafeln setzen dieses langjährige Bemühen fort, die Erinnerung an Fleyh unmittelbar in jener Landschaft lebendig zu halten, mit der seine Geschichte untrennbar verbunden ist.