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Der heilige Johannes der Täufer ist nach Fleyh/Fláje zurückgekehrt. Ein festliches Beisammensein erinnerte an die gemeinsame Geschichte und die engen böhmisch-sächsischen Verbindungen

Erzgebirgs-Zeitung / Krušnohorské noviny

20.09.2026

Die heutige Talsperre Fleyh/Fláje wurde am 4. September 2026 zum Schauplatz einer feierlichen deutsch-tschechischen Begegnung. Im Mittelpunkt des Programms stand die Segnung einer neuen Bronzestatue des heiligen Johannes des Täufers – des Schutzpatrons von Fleyh und Teplitz/Teplice. Die Segnung nahm der Prager Erzbischof und Apostolische Administrator des Bistums Leitmeritz Stanislav Přibyl vor. Zum Programm gehörte außerdem die Verleihung von drei Erzgebirgspreisen – PRAEMIUM MONTIUM METALLIFERORUM – an Persönlichkeiten, die seit vielen Jahren mit Kultur, Geschichte und grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Erzgebirge verbunden sind.

Die heutige Talsperre Fleyh/Fláje wurde am 4. September 2026 zum Schauplatz einer feierlichen deutsch-tschechischen Begegnung. Im Mittelpunkt des Programms stand die Segnung einer neuen Bronzestatue des heiligen Johannes des Täufers – des Schutzpatrons von Fleyh und Teplitz/Teplice. Die Segnung nahm der Prager Erzbischof und Apostolische Administrator des Bistums Leitmeritz Stanislav Přibyl vor. Zum Programm gehörte außerdem die Verleihung von drei Erzgebirgspreisen – PRAEMIUM MONTIUM METALLIFERORUM – an Persönlichkeiten, die seit vielen Jahren mit Kultur, Geschichte und grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Erzgebirge verbunden sind.

Die neue Statue des heiligen Johannes des Täufers steht in einer Landschaft, mit der dieser Heilige historisch eng verbunden ist. Ihm war auch die einstige Holzkirche von Fleyh geweiht, die vor der Überflutung des ursprünglichen Ortes nach Georgendorf/Český Jiřetín versetzt wurde.

Der heilige Johannes der Täufer verbindet zugleich symbolisch Fleyh mit Teplitz. In Teplitz gilt er traditionell als Schutzpatron der Stadt und ihrer Heilquellen, und sein abgeschlagenes Haupt ist Bestandteil des Stadtwappens. Auch die Verbindung beider Orte durch das Wasser blickt auf eine fast hundertjährige Geschichte zurück – die Versorgung von Teplitz mit Wasser aus dem Gebiet von Fleyh begann bereits in den 1920er Jahren und damit noch vor dem Bau der heutigen Talsperre Fláje. Die heutige Talsperre knüpfte somit an ein älteres System an, das Wasser aus dem Erzgebirge in die Kurstadt leitete.


FLEYH, DIE MOLDAUER BAHN UND DIE SEILBAHN

Fleyh hat auch eine direkte historische Verbindung zur Moldauer Eisenbahn. Beim Bau der Talsperre Fláje in den 1950er Jahren wurde Baumaterial mit der Eisenbahn nach Moldau/Moldava transportiert und von dort mit einer Seilbahn bis zur Baustelle der Talsperre weiterbefördert. Die Eisenbahn, die einst die böhmische und die sächsische Seite des Erzgebirges direkt miteinander verband, wurde damit zu einem wichtigen Bestandteil bei der Entstehung der heutigen Talsperre.

Die Moldauer Gebirgsbahn endet heute wenige Meter hinter dem Bahnhof Moldau unterhalb der Grenzbrücke. Von der einstigen Eisenbahnverbindung zwischen der böhmischen und der sächsischen Seite fehlen heute rund acht Kilometer Gleis. Dennoch verbindet diese ehemalige Verkehrsader weiterhin Menschen über die Grenze hinweg.

Und gerade Fleyh, einst durch eine Seilbahn mit der Moldauer Bahn verbunden, wurde Anfang September erneut zum Schauplatz einer deutsch-tschechischen Begegnung, die an die gemeinsame Geschichte und die Verbindungen zwischen beiden Seiten des Erzgebirges erinnerte.


EIN FLUSS, DER BEIDE SEITEN DES GEBIRGES VERBINDET

Eine natürliche Verbindung zwischen der böhmischen und der sächsischen Seite des Erzgebirges bildet auch das Wasser selbst. Der Fleyhbach/Flájský potok setzt seinen Lauf nach dem Überschreiten der Grenze in Sachsen als Flöha fort und verbindet über Georgendorf das Gebiet von Fleyh unter anderem mit Neuhausen und Olbernhau.

Durch diese Landschaft verläuft auch die historische Neugrabenflöße, über die über Jahrhunderte Holz von der böhmischen Seite des Erzgebirges nach Sachsen transportiert wurde. Das Wasser bildete damit über Jahrhunderte einen der natürlichen Verbindungswege zwischen beiden Regionen.


DIE RÜCKKEHR DES HEILIGEN JOHANNES DES TÄUFERS

Die neue Bronzestatue stammt von Petra Wolfová. Ihre Entstehung knüpfte an langjährige Bemühungen an, die Gestalt des Schutzpatrons des einstigen Fleyh in die hiesige Landschaft zurückzubringen. Neben der Bronzestatue entstand bereits zuvor auch eine steinerne Darstellung, die im Bereich des untergegangenen Ortes Fleyh aufgestellt wurde.

Die Segnung der neuen Statue nahm der Prager Erzbischof Stanislav Přibyl vor, der zugleich Apostolischer Administrator des Bistums Leitmeritz ist.

Am Festprogramm nahmen Gäste sowohl der böhmischen als auch der deutschen Seite des Erzgebirges teil – Vertreter von Kommunen und Institutionen, Mitglieder von Vereinen sowie Menschen, die seit langem mit Fleyh und der gemeinsamen Geschichte der Region verbunden sind. Die Stadt Teplitz wurde durch Oberbürgermeister Jiří Štábl und weitere Mitglieder der Stadtführung vertreten. Anwesend war auch die seit Jahrhunderten mit Teplitz verbundene Familie Clary-Aldringen – Hieronymus Fürst Clary und Aldringen und Christian Graf Clary und Aldringen.

Die Begegnung fand zugleich in einem Jahr statt, in dem die beiden gastgebenden Vereine an die Jubiläen ihrer Gründung erinnern: der Georgendorfer Verein / Českojiřetínský spolek an sein 15-jähriges und der Teplitzer Verein / Teplický spolek an sein 5-jähriges Bestehen.


DREI ERZGEBIRGSPREISE

Zum Festprogramm gehörte auch die Verleihung des Erzgebirgspreises – PRAEMIUM MONTIUM METALLIFERORUM –, der an Persönlichkeiten vergeben wird, die mit Kultur, Geschichte, der Dokumentation der Region und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verbunden sind.

Als Erste nahmen Petra und Jiří Wolf den Preis entgegen. Beide gehören zu den prägenden Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in der Region Teplitz und im Erzgebirge. Petra Wolfová ist unter anderem die Schöpferin der neuen Statue des heiligen Johannes des Täufers in Fleyh, Jiří Wolf ist Historiker, Archivar, Bibliothekar und Naturkundler.

Eine weitere Auszeichnung erhielten Jutta und Ivan Beneš, die seit vielen Jahren mit dem deutsch-tschechischen Kulturleben in der Region Teplitz und der Zusammenarbeit mit deutschen, aus der Region stammenden Landsleuten verbunden sind. Im Rahmen des Jahres der Versöhnung wurde ihnen der Preis ausnahmsweise bereits bei dieser Begegnung vorzeitig überreicht.

Ausgezeichnet wurde auch Heinz Lohse, sächsischer Heimatforscher, Chronist und Autor, der sich in besonderem Maße um die deutsch-tschechische Zusammenarbeit, die Erneuerung und Bekanntmachung der Neugrabenflöße sowie um die Unterstützung der grenzüberschreitenden Freiberger/Moldauer Eisenbahn verdient gemacht hat. Auch ihm wurde der Preis bei dieser Gelegenheit im Rahmen des Jahres der Versöhnung ausnahmsweise vorzeitig überreicht.

Alle drei Auszeichnungen übergab Erzbischof Stanislav Přibyl, der das Jahr 2026 zum Jahr der Versöhnung ausgerufen hatte.

Und noch etwas verbindet alle Ausgezeichneten: Sie alle wirken seit langem an der Ausgabe der Erzgebirgs-Zeitung mit, einer traditionsreichen Regionalzeitschrift, die sich ihrem Jubiläumsjahrgang nähert – dem 150. Jahrgang im Jahr 2029.


EINE ZUSAMMENARBEIT, DIE FORTGESETZT WIRD

Die feierliche Begegnung in Fleyh war das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zahlreicher deutscher und tschechischer Partner.

Auch die Rückkehr des heiligen Johannes des Täufers in die Landschaft von Fleyh wurde durch eine breit angelegte Zusammenarbeit ermöglicht. An der Vorbereitung der Statue, der Suche nach einem geeigneten Standort und ihrer feierlichen Vorstellung vor der Öffentlichkeit wirkten neben dem Georgendorfer Verein / Českojiřetínský spolek und dem Teplitzer Verein / Teplický spolek auch Povodí Ohře (Wasserwirtschaftsbetrieb für das Einzugsgebiet der Eger), die Gemeinde Český Jiřetín, das Bistum Leitmeritz und die zuständigen römisch-katholischen Pfarrgemeinden mit.

Unterstützt wurden einzelne Aktivitäten außerdem durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Ústecký kraj, MAS Naděje und die Statutarstadt Teplice sowie durch das Programm der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Euroregion Erzgebirge / Krušnohoří.

An der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung beteiligte sich auch das Team des grenzüberschreitenden Projekts Die Eisenbahn verbindet! / Železnice spojuje!, das im Rahmen des Programms Interreg Sachsen–Tschechien umgesetzt wird. Gerade dieses Projekt erinnert an die historische wie auch heutige Rolle der Freiberger/Moldauer Eisenbahn als Verbindung zwischen beiden Seiten des Erzgebirges – und in Fleyh verband sich ihre Geschichte auf natürliche Weise mit der Geschichte der Talsperre und der einstigen Seilbahn von Moldau. Das Projektteam knüpfte anschließend auch mit einer postalischen Öffentlichkeitsarbeit an die Veranstaltung an, deren Höhepunkt am 6. September eine kombinierte Luft- und Bahnpost bildete.


FLEYH ALS ORT, DER VERBINDET

Fleyh erinnert heute daran, dass die Grenze im Erzgebirge niemals der einzige prägende Faktor dieser Landschaft war. Obwohl die böhmisch-sächsische Grenze zu den ältesten Staatsgrenzen Europas gehört, deren geografischer Verlauf bis heute im Wesentlichen Bestand hat, und in der Vergangenheit zugleich eine ausgeprägte Konfessionsgrenze darstellte, wurde sie über Jahrhunderte hinweg von natürlichen wie auch von Menschen geschaffenen Verbindungen überschritten.
Der Fleyhbach, bzw. die Flöha als natürliche Wasserverbindung, die Neugrabenflöße als historische
technische Verbindung und die Moldauer Bahn mit der einstigen Seilbahn als weitere Verkehrsachse verbanden die böhmische und die sächsische Seite des Gebirges miteinander.

Die feierliche Begegnung am 4. September knüpfte auf natürliche Weise an diese Geschichte an. Die neue Statue des heiligen Johannes des Täufers wurde damit nicht nur zu einer Erinnerung an den Schutzpatron des einstigen Fleyh, sondern auch zum Symbol eines Ortes, an dem Wasser, Verkehr, Geschichte und die heutige deutsch-tschechische Zusammenarbeit zusammentreffen.

Gerade die Verbindung all dieser Geschichten und Aktivitäten zeigt, dass das gemeinsame kulturelle und technische Erbe des Erzgebirges nicht nur in der Erinnerung besteht, sondern durch die konkrete deutsch-tschechische Zusammenarbeit auch heute wieder mit neuem Leben erfüllt wird.


Foto: Radek Havlena


Siehe auch: „Sonderpoststempel erinnert an den Weg von der Neugrabenflöße (Fleyh-Clausnitz) zur Freiberger/Moldauer Bahn" - https://www.krusnohori.cz/aktuality/sonderpoststempel-erinnert-an-den-weg-von-der-neugrabenfl%C3%B6%C3%9Fe-(fleyh-clausnitz)-zur-freiberger%2Fmoldauer-bahn--

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